Wir stellen vor: Amelie Kiener und das U+ Media Lab

Seit 2. Januar ist Amelie Kiener jetzt für ein halbes Jahr ganz offiziell Mitglied unseres Teams. Ihr Fokus liegt auf dem U+ Media Lab, in dem Jugendliche ab 12 Jahren ab Februar Medienkunst machen können. Los geht es mit Starter Workshops in den Sparten Fotografie, Video, Sound, Game Design und VR/AR. Die Jugendlichen bekommen die Grundlagen für das medienkünstlerische Arbeiten an die Hand und werden damit befähigt, eigene Ideen und Projekte anzugehen und umzusetzen. Für uns gibt es dabei auch einiges zu lernen: Amelie Kiener experimentiert damit, aus den Kunstdozent:innen, die im Projekt mitwirken, Lernbegleiter:innen für die Jugendlichen zu machen.

In diesem Post erzählt uns Amelie Kiener etwas mehr über sich selbst und wie sie zum U+ Media Lab kam:

„Ich studiere im Master Kunst und Intermediales Gestalten an der Kunstakademie in Karlsruhe. Ich komme ursprünglich aus Aalen und freue mich deshalb sehr, das U+ Media Lab künstlerisch und kunstpädagogisch begleiten zu dürfen. Das schnelle und experimentelle Arbeiten in den Medien ist für mich super spannend. Durch den Einsatz bestimmter Techniken, Apps oder Programme ergeben sich Möglichkeiten, von denen man noch nicht mal wusste, dass es sie gibt. Surreale und neue Bildwelten eröffnen die eigene Fantasie auf ganz neue und inspirierende Art und Weise. Mein Hauptmedium war eigentlich immer schon die Malerei. Doch die Malerei wird natürlich in unserer Zeit immer beeinflusst durch die Medien. Das kann Fotografie sein, aber auch Film und Fernsehen oder auch die Sozialen Medien, die fester Bestandteil unserer Lebenswelt sind. Im künstlerischen, intermedialen Arbeiten geht es um das Sehen, Erkennen, Reflektieren und Gestalten – immer inter, also zwischen verschiedenen Medien.

Amelie Kiener in der ersten Performance in unserem U+ Media Lab.

Nach meinem FSJ Kultur 2017 beim Landesverband der Kunstschulen und der Kunstschule Unteres Remstal habe ich mich für ein Studium der Freien Kunst entschieden. Nachdem ich ein Jahr die grenzenlosen Möglichkeiten der Werkstätten und der Atelierarbeit genutzt habe, entschied ich mich dazu, ins künstlerische Lehramt zu wechseln, hauptsächlich weil ich als zweites Fach Intermediales Gestalten studieren wollte. In dem Fach geht es nicht nur um die klassischen künstlerischen Sparten, wie Malerei, Zeichnung oder Bildhauerei, sondern auch um Architektur, Film, Fotografie und Performance. Durch dieses vielfältige Studium gelang es mir, meine Vorstellungen von Kunst zu erweitern und zwischen mehreren Sparten springend meine Ideen umzusetzen.

Vor allem arbeite ich mit figurativer Malerei, die durch Farb- und Formgebung die Motive in die Abstraktion führt. Als Künstlerin befasse ich mich nicht nur darstellend, sondern auch forschend mit aktuellen gesellschaftlichen Themen, blicke dabei aber immer wieder zurück in die Geschichte und arbeite Vergangenes auf. Die Ergebnisse dieser ästhetischen Forschung ergeben intermediale Installationen bestehend aus Malerei, Zeichnung, Video, Keramik und textilen Arbeiten. Thematisch bewege ich mich zwischen meiner eigenen Lebenswelt als weibliche Künstlerin und den gesellschaftlichen Vorstellungen von Geschlecht.

Mittlerweile studiere ich im Master in Karlsruhe, habe meinen Lebensmittelpunkt aber wieder nach Aalen zurückverlegt. Durch meine langjährige Arbeit im freien Kunstpädagogischen Bereich durfte ich das Konzept einer Kooperative Jugendkunstschule in Aalen unterstützen und erhielt so Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren Stadtbibliothek, Theater, Kunstverein, Kollektiv K und der vhs Aalen.

Daraufhin ergab sich eine tolle Zusammenarbeit mit der vhs Aalen, die ihr künstlerisches Angebot in den Medien für Kinder und Jugendliche ausbauen wollte.

Zu Beginn machte ich mir viele Gedanken zum Thema Medienkunst. Ich recherchierte in Kunstbibliotheken, sowie im ZKM in Karlsruhe, blickte zurück auf Ausstellungen, die ich besucht habe und hielt mich dabei immer an die Vorstellungen von freier Jugendkunstschularbeit. Durch die Recherche und in enger Zusammenarbeit mit Frau Dr. Deufel und Frau Hinsen entstand die Idee, mehrere Stationen anzubieten. In den einzelnen Stationen soll Kindern und Jugendlichen erst einmal das technische und künstlerische Knowhow an die Hand gegeben werden, um sie in der eigenen Schaffenskraft zu bestärken. Dadurch sollen Barrieren, wie zum Beispiel die Berührungsangst mit technischen Programmen und der Hardware abgebaut werden. So entsteht eine solide Grundlage, mit der die Teilnehmer:innen dann eigene Ideen in künstlerischen Projekten umsetzen können.

Im U+ Media Lab verbindet sich das Arbeiten in den einzelnen Sparten zu einem intermedialen Arbeiten im Offenen Media Lab, das immer samstags geöffnet ist. Die Kinder und Jugendlichen können in unseren Raum kommen, um an ihren Projekten zu arbeiten, Hilfestellung zu bekommen oder um sich auszutauschen. Zu Beginn planen wir Schnupperkurse, in denen Teilnehmer:innen und Eltern sich mit dem U+ Media Lab vertraut machen können und bereits kleine künstlerische Aktionen durchführen können. Betreut werden alle Kurse von Dozent:innen, die selbst auch als Künstler:innen im medialen Bereich arbeiten.

Hier geht es nicht um einzelne Kursangebote, sondern um ein verknüpfendes Lernen zwischen verschiedenen medienkünstlerischen Sparten. Das Können der Kinder und Jugendlichen wird Schritt für Schritt im eigenen Tempo erweitert, ausgebaut und durch eigene künstlerische Erfolge gefestigt. Wir geben dabei Impulse und technische Hilfestellungen, um die Ideen der Teilnehmer:innen gemeinsam bestmöglich zu verwirklichen. Was einst nur eine kleine, vielleicht unvorstellbare Idee war, kann hier tatsächlich umgesetzt werden.

Das U+ Media Lab soll ein offener Raum für Kinder und Jugendliche sein, ein kreativer Treffpunkt, um gemeinsam eigene Ideen zu verwirklichen. Der partizipatorische Ansatz ist uns dabei besonders wichtig. Wie soll der Raum gestaltet werden? Welche Themen sind den Teilnehmer:innen wichtig? Wie sollen Projekte umgesetzt werden? Für diese Prozesse möchten wir Raum geben und die Dozent:innen werden so zu Impulsgeber:innen und Begleiter:innen.

Das ist auch der Grund, weshalb man gar nicht sagen kann, wie sich der Raum und somit das U+ Media Lab entwickeln wird. Es kommt auf die Menschen an, die dort zusammenfinden und gemeinsam Projekte verwirklichen.“

Wir sind schon richtig gespannt!

Das Projekt wird gefördert durch den Fonds Soziokultur aus dem Programm der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien „NEUSTART KULTUR“.

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