Für Frieden. In Vielfalt.

Angesichts der Nachrichten war auch unsere Besprechung gestern Vormittag geprägt von Bestürzung und Sorge.

Krieg in Europa? Im 21. Jahrhundert?

Weiß es die Menschheit denn immer noch nicht besser?

Für unsere Volkshochschule ist die russische Invasion der Ukraine eine persönliche Angelegenheit. Viele unserer Teilnehmenden haben einen Bezug zu diesen beiden Ländern. Wir haben auch Kursleitungen von dort. Und zwei unserer Mitarbeiterinnen haben Wurzelstränge, die ebenfalls nach Russland, Kasachstan und die Ukraine reichen.

Die Freunde und Familienmitglieder unserer Teilnehmenden, Kursleitungen und Mitarbeiterinnen sind direkt oder indirekt von diesem Krieg betroffen. Wir als Volkshochschule teilen die Sorge um ihr Wohlergehen.

Die Erfahrungsberichte, die mit uns geteilt wurden – über einseitige Berichterstattung und gekonnte Inszenierungen in den russischen Medien – haben uns auch und gerade in unserer Rolle als Bildungseinrichtung erschreckt. Wir sind beeindruckt von, und dankbar für den persönlichen Einsatz unserer Teilnehmenden, Kursleitungen und Mitarbeiterinnen, die über diese verzerrte Darstellung der Welt mit Familienmitgliedern und Bekannten sprechen. Wie anstrengend solche Gespräche sein können, haben wir alle durch die Corona-Pandemie ja mittlerweile erleben müssen. Unser Respekt gilt jenen, die sich angesichts eines Krieges in Europa dennoch nicht davor scheuen.

Wir waren aber auch entsetzt und zutiefst betroffen gestern in unserem Gespräch. Wir waren entsetzt und betroffen, weil wir von Grundschulkindern gehört haben, die andere wegen dieses Krieges angingen. Wir waren entsetzt und betroffen zu hören, wie Kinder unserer Mitarbeiterinnen beschimpft wurden, weil eine gerade Linie von der russischen Aggression zu den kulturellen (Teil-) Wurzeln der Kinder unserer Mitarbeiterinnen gezogen wurde.

Den Kindern, die so etwas sagen, ist selbstverständlich kein Vorwurf zu machen. Doch ist es die Aufgabe von uns allen, die wir für die Kinder in unserer Gesellschaft verantwortlich sind, eines ganz klar zu kommunizieren: Solche Anfeindungen und Ausgrenzungen haben keinen Platz bei uns.

Wir alle gemeinsam sind Deutschland. Ob mit oder ohne deutschen Pass, ob mit oder ohne Wurzeln, die nicht nur in Deutschland, sondern zusätzlich woanders greifen. Wir stehen angesichts eines erneuten Krieges in Europa Schulter an Schulter. Unsere Vielfalt und unsere Wertschätzung füreinander sind unsere Stärke.

Dafür stehen wir als Volkshochschule Aalen.

Allen, die von diesem Krieg persönlich betroffen sind, möchten wir eine Anlaufstelle sein. Sagt uns, was Ihr von uns benötigt: einen Ort, um zusammenzukommen; eine Veranstaltung, um in den Austausch zu treten; Referent:innen, die Belange durchleuchten – wir werden es ermöglichen. Meldet Euch bei uns.

Für jetzt wünschen wir uns allen, aber besonders jenen, die von diesem Krieg direkt oder indirekt persönlich betroffen sind, viel Kraft und Mut.

5 Kommentare zu „Für Frieden. In Vielfalt.

  1. „Allen, die von diesem Krieg persönlich betroffen sind, möchten wir eine Anlaufstelle sein. Sagt uns, was Ihr von uns benötigt:“
    Ein tolles Angebot! Aber sagen können Betroffene es meist nicht, da sie kein Deutsch sprechen! Sprachkurse sind für die Integration sehr wichtig.
    Wie fühlt man sich in einem Land, wo man kein Wort versteht?
    Es wäre wunderbar, wenn die VHS AA da ein niederschwelliges Angebot machen könnte.👍🏻
    Danke für eure wertvolle Arbeit!

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  2. Es hat mich zutiefst erschreckt und betrübt, dass Kinder andere Kinder wegen des Krieges in der Ukraine anfeinden. Umso wichtiger ist es, öffentliche Stellen wie die VHS zu haben die dies aufgreifen und einen Ort anbieten um Hilfe anzubieten. Vielen Dank dafür!!!!!!!

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  3. Vielen Dank, dass ihr einen Ort anbietet um Hilfe zu finden, um sich damit auseinanderzusetzen was in dieser Zeit gebraucht wird und Angebote zu gestalten!!!!

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